Die kurze Antwort: In Finnisch-Lappland dauert die Nordlichtsaison von Ende August bis Anfang April. Die dunkelsten Monate, September bis März, bringen die meisten Stunden mit dunklem Himmel, und in einer klaren Nacht sind die besten Stunden meist zwischen 21 und 2 Uhr. Über Ihre Chancen entscheidet weniger der Monat als ein klarer Himmel und die Zahl Ihrer Nächte.
Warum die Saison Grenzen hat
Polarlichter gibt es das ganze Jahr, sehen kann man sie aber nur bei dunklem Himmel. Um Mittsommer hat Lappland überhaupt keine richtige Nacht. Deshalb beginnt die Saison Ende August, wenn die ersten wirklich dunklen Stunden zurückkehren, und endet Anfang April, wenn die Abende wieder zu hell werden.
Rovaniemi liegt fast genau am Polarkreis und damit unter dem Gürtel, in dem Polarlichter am häufigsten sind. So weit im Norden braucht es keinen starken geomagnetischen Sturm: In vielen klaren, dunklen Nächten gibt es zumindest etwas Aktivität. Deshalb geht es hier weniger darum, Vorhersagen hinterherzujagen, als darum, sich genug Nächte für einen klaren Himmel zu gönnen.
Ende August und September
Die ersten dunklen Nächte der Saison. Die Seen sind noch nicht zugefroren, der Wald färbt sich gelb und rot, und das Polarlicht kann sich in stillem Wasser spiegeln. Die Nächte sind kürzer als im Winter, das Zeitfenster liegt also später am Abend. Um die Tagundnachtgleiche im September ist die geomagnetische Aktivität oft etwas lebhafter als im Hochwinter.
Es ist auch die mildeste Zeit, um nachts draußen zu stehen: Jackenwetter, kein Expeditionswetter.
Oktober und November
Die Nächte werden schnell länger. Der Schnee kommt meist im Oktober oder November, in manchen Jahren später. Im Spätherbst kann es häufiger bewölkt sein, deshalb lohnt es sich, ein paar Nächte statt einer einzigen einzuplanen.
Dezember und Januar
Die dunkelsten Wochen des Jahres. Um die Wintersonnenwende schafft es die Sonne bei Rovaniemi gerade so über den Horizont, und die lange blaue Dämmerung um die Mittagszeit ist ein eigener Anblick. Bei so vielen dunklen Stunden können Polarlichter früh am Abend ebenso erscheinen wie spät.
Es ist auch die kälteste Zeit der Saison. Temperaturen zwischen −10 °C und −25 °C sind normal, kältere Nächte kommen vor. Ziehen Sie sich zum Stillstehen an, nicht zum Gehen.
Februar und März
Für viele ist dies die beste Mischung. Die Nächte sind noch lang und dunkel, der Schnee liegt hoch, und die Tage werden heller, was Aktivitäten tagsüber leichter macht. Klares, kaltes Hochdruckwetter ist häufig, und die Tagundnachtgleiche im März bringt den gleichen kleinen Aktivitätsschub wie der September.
Anfang April
Das Ende der Saison. In der ersten Aprilhälfte kann der Himmel spät in der Nacht noch dunkel genug sein, oft über einer weißen Landschaft, die tagsüber in der Frühlingssonne liegt.
Die Stunden, auf die es ankommt
In einer klaren Nacht sind die wahrscheinlichsten Stunden etwa zwischen 21 und 2 Uhr, mit einem Höhepunkt oft um Mitternacht. Das ist ein Muster, keine Regel: Das Polarlicht kann früh am Abend auftauchen oder bis in die frühen Morgenstunden bleiben. Schauen Sie wenn möglich etwa jede halbe Stunde nach dem Himmel, statt auf den einen perfekten Moment zu warten.
Was Ihre Chancen wirklich verbessert
- Klarer Himmel. Wolken sind der Hauptgrund, warum man Polarlichter verpasst. Eine lokale Wolkenvorhersage ist nützlicher als jeder Polarlicht-Index.
- Dunkelheit. Raus aus dem Licht der Straßenlaternen. Schon ein paar Kilometer außerhalb einer Stadt machen einen echten Unterschied.
- Mehr Nächte. Drei oder vier Nächte geben Ihnen mehrere Chancen auf einen klaren Himmel; eine Nacht ist ein Glücksspiel.
- Blick nach Norden. Das Polarlicht beginnt meist tief über dem nördlichen Horizont, bevor es sich ausbreitet.
- Geduld und warme Kleidung. Die Aktivität kommt in Wellen; eine Stunde lang kann es ruhig sein, dann füllt das Polarlicht zehn Minuten lang den ganzen Himmel.
Das Finnische Meteorologische Institut veröffentlicht einen Live-Dienst zu Polarlicht und Weltraumwetter, eine gute Anlaufstelle, um am Abend die Aktivität zu prüfen.
Von den Chalets aus schauen
Bei Lapland Glow Chalets, 10 km von Rovaniemi entfernt, hellt das Licht der Stadt den Himmel nicht mehr auf. Jedes Chalet hat ein Panoramafenster nach Norden; in einer klaren Nacht schauen Sie also zuerst vom Bett aus, mit einem Kaffee oder einem Glas in der Hand. Wenn es beginnt, sind es nur ein paar Schritte in den Schnee vor der Tür.
Wenn der Himmel bedeckt bleibt
Wolken gibt es auch in den besten Monaten. Die geführte Nordlichtjagd folgt dem klaren Himmel im Kleinbus, ohne feste Kilometerbegrenzung. Sie kostet 179 € pro Person, und wenn keine Nordlichter zu sehen sind, wählen Sie eine kostenlose zweite Tour oder 75 % Erstattung. Und über jedem Bett ist der Glow-Sternenhimmel ein kleiner, sanfter Ersatz für das Original.
Nordlichter fotografieren
Ein Handy im Nachtmodus auf fester Unterlage schlägt sich erstaunlich gut. Mit einer Kamera nehmen Sie ein Stativ, ein Weitwinkelobjektiv, die größte Blende, manuellen Fokus auf unendlich und Belichtungen von ein paar Sekunden. Bewahren Sie Ersatzakkus in einer Innentasche auf; die Kälte leert sie schnell. Auf der geführten Tour macht der Guide die ganze Nacht professionelle Fotos und schickt sie Ihnen per E-Mail.
